Ungarn bittet EU um Hilfe, um durch Grenzzaun verletzte Flüchtlinge medizinisch zu versorgen

Budapest (EZ) | 31. August 2015 | Der Stacheldrahtzaun ist fertig, der Ungarns Grenze zu Serbien vor Flüchtlingen sichern soll. Probleme gibt es aber mit den vielen Verletzten, die der Zaun fordert. Ungarn bittet nun die EU um Sanitäter und Ärzte, um die Flüchtlinge medizinisch zu versorgen.Am Wochenende wurde das letzte Teilstück geschlossen, nun ist die etwa 175 Kilometer lange Grenze zwischen Ungarn und Serbien mit einem Stacheldrahtzaun versehen, um die Flüchtlinge an der Weiterreise zu hindern.

Die Regierung in Budapest hat nun aber Probleme, die zahlreichen, teilweise sehr schlimmen, Schnittverletzungen zu verarzten, die der Zaun fordert. Präsident Viktor Orbán schrieb an die Europäische Union, dass grundlegende Dinge wie Pflaster, Verbandsmaterial und Mullbinden langsam knapp werden.



„Wir benötigen zudem Ärzte und Sanitäter, unser Personal ist bereits voll eingespannt,“ so Orbán weiter. Die Rede ist von sehr vielen verletzten Kindern, Frauen und Männern, die man „natürlich nicht sich selbst überlassen könnte.“

In Grenznähe sollen nun auch improvisierte Krankenhäuser errichtet werden. Aber auch dafür brauche man Geld, Material und Personal aus den anderen EU-Ländern.

Alles in allem ist der Zaun aber ein voller Erfolg, so Orbán. „Wir rechnen damit, den Flüchtlingsstrom erfolgreich nach Kroatien umleiten zu können, von wo aus die Flüchtlinge dann weiter nach Italien können.“



(JPL/Foto: „Innerdeutscher Grenzzaun“ by Reinhard Hunscher at de.wikipediaOwn work (own photo). Licensed under CC BY-SA 2.0 de via Wikimedia Commons.)