Bestatter in der EU fordern, nicht am Prinzip „illegale Einwanderung“ zu rütteln

28. August 2015 ·

Ein typischer Leichenwagen als Symbolbild für diesen Artikel.

Brüssel (EZ) | 28. August 2015 | Die europäischen Bestattungsunternehmer haben an die EU appelliert, bitte den Tatbestand „illegale Einwanderung“ nicht anzutasten. Nach dem furchtbaren Fund der 71 toten Flüchtlinge, die gestern Nachmittag in einem LKW auf der A4 in Österreich entdeckt wurden, sind wieder Stimmen laut geworden, den Straftatbestand der illegalen Einwanderung abzuschaffen. Damit, so die Befürworter, würde Schleppern das Geschäft versaut und Asylbewerber wären nicht mehr so sehr in Gefahr, auf der Flucht zu sterben.

Unter anderem haben Polizeiverbände für die Abschaffung plädiert. Nun kommt scharfer Gegenwind: die europäischen Bestattungsunternehmer sehen ihre Branche gefährdet, sollte der Tatbestand wegfallen.



„Einige unserer Mitglieder leben gerade in den Grenzregionen ganz gut von der Einwanderung. Klar, da geht es um Geld und um Arbeitsplätze,“ heißt es in einem Appell an die Politik.

Die Bestatterverbände plädieren einheitlich für die bedingungslose Beibehaltung der derzeitigen Rechtsprechung und fordern die EU auf, nicht auf den momentanen Zeitgeist zu hören.

Zugleich distanzierten sich die Bestatter von rechtsextremem Gedankengut. „Für uns sind alle Toten gleich.“ Auf lange Sicht müssten ohnehin viel mehr Einwanderer  in die EU kommen. „Die großen Industrienationen schrumpfen und schrumpfen – uns sterben langsam die Toten weg.“ Um die Beerdigungszahl zu halten, müssten jährlich alleine nach Deutschland etwa 800.000 Menschen einwandern.



(JPL/Foto: „Mercedes-Benz W210 Rappold Leichenwagen vl“ von Norbert SchnitzlerEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.)

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