Kollektiver Migräneanfall: HSV kann „leider nicht nach München fahren“

Hamburg (EZ) | 13. August 2015 | Das ist wirklich seltenes Pech: Das komplette Team des Hamburger Sportvereins (HSV) hat sich für das Auftaktspiel der Bundesliga gegen Bayern München krankgemeldet. „Alle leiden unter heftigen Kopfschmerzen,“ heißt es im Attest.Erste Anzeichen für die heftige Migränewelle beim HSV hat es am Montag nach dem Aus im DFB-Pokal gegeben. Von Tag zu Tag wurde es schlimmer, bis schließlich heute die gesamte Mannschaft, der Trainerstab und der Vorstand des Vereins über Kopfschmerzen klagte und ausfiel. Niemand wird nach München fahren können.

„Es wurde immer heftiger. Mit jeder Stunde, die sich der Abflug nach München näherte, fühlte sich jemand aus dem Team unfähig, die Reise anzutreten,“ sagt Trainer Bruno Labbadia, der sich nach eigenen Angaben in einem abgedunkelten Raum in seinem Haus aufhält. „Und das vor dem vielbeachteten Spiel. Ärgerlich. Wirklich bedauerlich.“



„Leider, leider, leider können wir deshalb das Auftaktspiel gegen den übermächtigen, torgefährlichen und praktisch unbezwingbaren FC Bayern München, bei dem die gesamte Republik zuschauen wird und halb Europa die Fernseher anschalten wird, nicht wahrnehmen,“ schreiben die Hamburger an den DFB. „Es tut uns wirklich leid. Nächste Woche sind wir bestimmt wieder fit.“ Unterschrieben ist die Entschuldigung von allen volljährigen HSV-Spielern.

Ein Spieler sagt: „Es ist wirklich schlimm. Es pocht, schmerzt, ich mag die Augen kaum öffnen, und übel ist mir auch.“ Andere klagen zudem über Schlaflosigkeit. „Und das ausgerechnet vor so einem wichtigen Spiel, Mann, Mann, Mann, das ist aber echt ein Pech.“ Dabei hätten sich alle „wirklich sehr gut vorbereitet und alle haben ihre Hausaufgaben gemacht“.

Mediziner wundern sich. Migräne ist für gewöhnlich nicht ansteckend und bei den meisten Menschen nach wenigen Stunden wieder vorbei. Eine solche Migränewelle wurde bisher nicht dokumentiert.



Der FC Bayern München bedauerte in einer ersten Stellungnahme die krankheitsbedingte Spielabsage. „Wir wünschen den Hamburgern gute Besserung, werden aber trotzdem auflaufen,“ sagte Karl-Heinz Rummenigge. „Es wird kaum jemanden auffallen, dass kein Gegner auf dem Platz steht.“

(JPL)