Neue FIFA-Enthüllung: Kanada bekam viele Millionen, damit es Frauen-WM ausrichtet

Zürich/Ottawa (EZ) | 12. Juni 2015 | Der FIFA-Skandal weitet sich aus, und wieder geht es um sehr viel Geld: Kanada soll umgerechnet 280 Millionen Euro bekommen haben, damit das Land die derzeit stattfindende Frauen-WM ausrichtet. Zuvor haben sich mehrere Länder mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Aus Akten und Vernehmungsprotokollen des FBI geht hervor, dass die Ausrichtung der FIFA Weltmeisterschaft der Frauen nur mit sehr viel Geld möglich war. Anders als bei den Männerweltmeisterschaften, bei denen sich Staaten mit Schmiergeld überbieten, um das Ereignis veranstalten zu dürfen, ist es demnach bei den Frauen umgekehrt.

„Wir haben alles mögliche unternommen, um diesen Wettbewerb nicht ausrichten zu müssen,“ so Premierminister Stephen Harper, nachdem er mit den neusten Erkenntnissen konfrontiert wurde. „Aber irgendwann war unsere Schmerzgrenze erreicht.“ Die lag demnach bei runden 300 Millionen US-Dollar.



„Und 300 Millionen haben oder nicht haben – das ist echt eine Stange Geld.“ Auch Kanada habe Schwierigkeiten, einen ausgeglichenen Haushalt hinzubekommen. Zudem habe die FIFA alle Stadien auf den Stand der Technik gebracht und nötige Infrastrukturmaßnahmen übernommen. „Sogar die Eintrittsgelder und die TV-Einnahmen dürfen wir behalten.“

Andere Länder, die für den Weltfußballverband infrage kamen, seien standhafter gewesen. „Für Weißrussland, Kasachstan und Saudi-Arabien wäre der Imageschaden, eine Frauen-WM auszurichten, irreparabel gewesen,“ heißt es in den Unterlagen des FBI. „Das wäre auch mit Milliarden Dollar nicht auszugleichen.“

Laut FBI erhielten auch die deutschen TV-Sender ZDF und ARD Geld, damit sie die WM ausstrahlen. Die Rede ist von mehr als 100 Millionen Dollar.



(JPL/Foto: „FIFA Women’s World Cup 2015 Logo“ von unbekannt – Match Schedule. FIFA, 3. April 2013, abgerufen am 27. November 2013 (PDF, englisch).. Lizenziert unter Logo über Wikipedia.)