Mehr Transparenz: FIFA versteigert Chefposten

Zürich (EZ) | 4. Juni 2015 | Die von Korruptionsvorwürfen geplagte FIFA will die Vergabe ihres bald freien Vorsitzes so transparent wie möglich machen. Deshalb wird der Posten nun auf ebay versteigert.Vorgestern hat Joseph Blatter angekündigt, seinen Posten als FIFA-Präsident demnächst abzugeben. Inzwischen ist klar, dass die Weltfußballvereinigung den Ruf nach mehr Transparenz und Offenheit ernst nehmen will: Blatters Posten soll deshalb versteigert werden und an den Meistbietenden gehen.

„Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, die Vergabe des Präsidentenamtes in einem Sinne zu reformieren, der einerseits offener ist und andererseits in die lange Tradition der FIFA passt,“ so Blatter heute Mittag. „Da kam mir die Idee mit der Versteigerung.“



Das Startgebot wird bei 1 Euro liegen, die Laufzeit der Auktion soll zehn Tage betragen. „Mitmachen kann eigentlich jeder,“ sagte Blatter. „Wir wollen diesmal auch Interessenten außerhalb unseres Systems ansprechen.“ Er hoffe, so der scheidende Chef scherzhaft, dass sein Nachfolger nicht so viel hinblättern muss wie er seinerzeit vor seiner ersten Amtszeit.

Einzige Einschränkung: der Käufer muss männlich sein. „Man muss ja nicht alles auf einmal revolutionieren“, so Blatter.

Der Käufer des Amtes wird dann viel zu tun haben: die FIFA befindet sich in einer schweren Krise. Seit einer Woche kommen immer mehr Details des Korruptionssumpfes zutage, das Vertrauen der Menschen in den Verein ist erschüttert.



„Mein Nachfolger wird aber auch viel Spaß haben, dieser Posten ist wirklich ganz abwechslungsreich.“ Neben der Tatsache, praktisch jeden Tag mit den Mächtigen dieser Welt zu tun zu haben, habe man auch genug Gelegenheit, ab und an Fußballspiele zu schauen.

(JPL/Foto: „FIFA-Headquarter“ von MCaviglia www.mcaviglia.ch – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.)