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Zum Schutz vor der Polizei: USA führen Kamerapflicht ein

North Charleston (EZ) | 8. April 2015 | Nach dem brutalen Mord an einem unbewaffneten Schwarzen durch einen weißen Polizisten wollen die USA die Kamerapflicht einführen. Zukünftig muss jeder Amerikaner ab 4 Jahren mindestens ein Gerät mit integrierter Kamera bei sich tragen, um sich so gegen Polizeigewalt schützen zu können.

Am vergangenen Samstag wurde der 50-jährige Walter Scott mit acht Schüssen in den Rücken von einem Polizisten niedergestreckt. Nur anhand eines Handy-Videos, mit dem ein Zeuge die Tat aufgezeichnet hatte, konnte die Aussage des Polizisten, der sich auf Notwehr berief, widerlegt werden, sodass es nun zu einer Mordanklage kommt.

„Hätte  es das Video nicht gegeben, wäre der Polizist mit seiner Aussage durchgekommen“, so ein Angehöriger des Opfers.

Das sieht nun auch die US-Regierung so. Justizminister Eric Holder erklärte am Dienstagabend, dass ab dem 1. Mai das Kameragesetz in den USA deutlich verschärft werden soll.

„Bisher stand es jedem US-Bürger frei, eine Kamera mit sich zu führen. Doch nach den Ereignissen in North Charleston wissen wir, wie wichtig Videoaufzeichnungen zur Beweisführung sein können.“ Ab nächsten Monat, so die Empfehlung des Ministers, sollte jeder Mensch, der sich in den USA aufhält, einen Helm mit mindestens zwei Kameras auf den Kopf tragen. Gesetzlich vorgeschrieben werde aber nur das Mitführen eines Aufnahmegeräts, mit dem man „ausreichend gute Aufnahmen“ machen kann, die hochauflösend genug sind, um Täter und Tathergang im Zweifel deutlich erkennen zu können. Präsident Obama hat das Gesetz per Dekret bereits erlassen.

In erster Linie sollen mit dem verschärften Kameragesetz vor allem schwarze Bürger vor zunehmender Polizeigewalt geschützt werden. „Sowas wie in Ferguson wäre niemals passiert, wenn es die Kamerapflicht gegeben hätte“, so ein Bürger.

(JME/Foto: Screenshot YouTube)

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