700.000 Langzeitarbeitslose in Wahrheit seit Jahren streikende Lokführer

12. Dezember 2014 ·

Nürnberg (EZ) | 12. Dezember 2014 | Wie die Bundesagentur für Arbeit heute mitteilte, handelt es sich bei rund 700.000 aktuell erfassten Langzeitarbeitslosen in Wahrheit um seit Jahren streikende Lokführer. Der Beamtenbund bestätigte die Zahlen und erhöhte damit noch einmal den Druck auf die Deutsche Bahn.

Der Beamtenbund stärkt der GDL den Rücken und fordert die Deutsche Bahn auf, bis zum 17. Dezember ein vernünftiges Angebot vorzulegen, sonst drohe einer der schlimmsten Arbeitskämpfe aller Zeiten.



Dass diese Drohung Ernst zu nehmen ist, bestätigte nun auch die Bundesagentur für Arbeit. Demnach seien alleine 700.000 Erwerbslose gar nicht auf der Suche nach einem neuen Job, sondern befinden sich in Wahrheit in einem seit Jahren andauernden Lokführerstreik.

Ein Betroffener, der anonym bleiben möchte (Name d. Red. auch nicht bekannt), erklärte, dass vor rund zehn Jahren zu einem der längsten Arbeitskämpfe aufgerufen wurde, als die Bahn mal wieder nicht verhandlungsbereit war. „Wir dachten uns, cool, werden ein paar schöne freie Tage. Doch dann fand der Streik nie ein offizielles Ende. Und seitdem warte ich darauf, dass ich endlich wieder arbeiten darf.“

Nach längerem Zögern erinnerte sich auch der zweite Vorsitzende des Beamtenbunds, Willi Russ, an den damals ausgerufenen Streik. „Ach ja, richtig, da war ja schon mal was. Das haben wir natürlich noch auf dem Zettel. Aber der neue Streik wird dann eben noch länger gehen, das sage ich Ihnen“, so Russ‘ Drohung an den Bahnvorstand.



Die Agentur für Arbeit ist sich nicht ganz sicher, wie die 700.000 Streikenden in die Statistik der Behörde gekommen sind. „Wahrscheinlich hat da jemand nicht richtig aufgepasst und tja, dann passiert das halt. So ist das Leben.“

Die GdL hat unterdessen die vielen Streikeden aufgefordert, den Arbeitskampf bis zum bitteren Ende fortzuführen und auf den Sofas sitzen zu bleiben, bis die Forderungen der Gewerkschaft erfüllt sind.

(JPL/Foto: Nifoto – Eigenes Werk Nifoto. Lizenziert unter CC0 über Wikimedia Commons)

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