Linke Politiker präsentieren plötzlich aufgetauchte Plagiatsbeweise und fordern Gaucks Rücktritt

Erfurt (EZ) | 3. November 2014 | Nach der Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck an einer möglichen rot-rot-grünen Koalition in Thüringen sind nun völlig unerwartet Dokumente aufgetaucht, die beweisen sollen, dass Gauck bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. SPD, Linke und Grüne legen dem Bundespräsidenten den Rücktritt nahe.

Die Beweise seien „plötzlich aufgetaucht“, es gäbe aber keinen Zweifel an ihrer Echtheit, so Linkenchefin Katja Kipping heute Vormittag gegenüber Journalisten. „Fakt ist, dass Herr Gauck bei seiner Doktorarbeit irgendwann zwischen 1965 und 1990 abgeschrieben und geschummelt hat.“ Der Doktortitel müsse ihm somit nicht nur unverzüglich entzogen werden, auch plädiert Kipping für den sofortigen Rücktritt des Staatsoberhauptes. Diese logische Konsequenz  habe sich schließlich in der jüngeren Vergangenheit mehrfach durchgesetzt.



Woher die Beweise stammten und wie schwerwiegend sie genau seien, mochte die Linke-Vorsitzende nicht kommentieren. „Es reicht doch, dass wir eventuell belegen könnten, dass Herr Gauck bei seiner Doktorarbeit geschummelt haben könnte.“

Gauck selbst zeigte sich überrascht von den Vorwürfen. Er betonte, nie eine Doktorarbeit geschrieben zu haben. Stattdessen sei ihm mehrfach Ehrendoktorwürden verliehen worden. „Aber das ist doch etwas völlig anderes.“ Er bestätigte in diesem Zusammenhang nochmals, dass er die Linke für nicht regierungsfähig und teilweise irrational halte.

Die Medien haben sich bereits auf Gauck eingeschossen. „Der ist nun schon lange genug im Amt, verglichen mit seinen Vorgängern,“ so BILD-Chef Kai Diekmann. Er kündigte an, ein aufgezeichnetes Telefonat zwischen ihm und dem amtierenden Präsidenten zu veröffentlichen. Die Redaktionen von FAZ, Süddeutscher Zeitung, SPIEGEL, stern und Tagesspiegel beziehen zur Stunde bereits Stellung vor Schloss Bellevue, dem Amtssitz Gaucks, und berichten minütlich über die aktuelle Entwicklung und dem bevorstehenden Rücktritt des Präsidenten.



Die Bundesregierung betonte, dass zur Stunde noch nicht einmal bewiesen sei, dass Gauck eine Dissertation verfasst habe, die er hätte manipulieren können. Hinter den Kulissen wird aber offenbar schon nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Joachim Gauck gesucht.

(JPL/Foto: Tobias Kleinschmidt / MSC [bearbeitet; CC BY 3.0 DE])