Platz 1 in der Liga: 12% der Paderborner entwickeln plötzlich Spaß und Freude am Leben

Paderborn (EZ) | 22. September 2014 | Der SC Paderborn steht seit dem letzten Spieltag überraschend auf Platz 1 der Bundesliga. Eine Umfrage hat nun herausgefunden, dass sich jetzt etwa 12% der Paderborner vorstellen können, Spaß und Freude am Leben zu empfinden. 

Die ostwestfälische Stadt Paderborn ist derzeit in aller Munde: der Aufsteiger und krasse Außenseiter SC Paderborn führt die Tabelle der Fußballbundesliga an. Für einige Paderborner ein Grund, vielleicht einmal über Spaß und Freude nachzudenken, wie eine Umfrage ergab.



„Och ja, vielleicht lächle ich demnächst mal wieder,“ sagte ein Einwohner. „Das letzte Mal hab ich ausgelassen die Mundwinkel hochgezogen, als Ratzinger Papst wurde.“ So wie er denken nunmehr 12 Prozent der Paderborner. Seine Ehefrau hingegen sieht noch lange keinen Grund, ihre Haltung zu überdenken. „Ich muss jetzt zur Messe, dann einkaufen, dann die Kinder zur Schule fahren, danach meine Bibelsammlung abstauben und dann ist es ja schon halb neun und ich mache das Mittagessen. Wo soll ich da die Zeit hernehmen, einmal die bundesweite Aufmerksamkeit zu genießen?“

Wie ungewohnt der Anblick fröhlicher Paderborner ist, zeigt ein Vorfall vom Wochenende. Die Polizei verhaftete einen Mann, nachdem er sich freundlich in einem Supermarkt von der Kassiererin verabschiedete. Zu allem Überfluss soll er auch noch einer älteren Dame die Tür aufgehalten haben. Aufmerksame Passanten riefen daraufhin irritiert die Ordnungskräfte des Paderborner Büro für Ordnung, Schutz und Sicherheit (B.O.S.S.).

Zudem kam es zu mehreren Autounfällen, nachdem einige Fußballfans bei dem Versuch, einen Autokorso zu veranstalten, mit Hupen, Fahren und Singen überfordert waren und ineinander krachten. „Wir haben das mal im TV gesehen und dachten, das können wir ja auch mal machen,“ so ein Teilnehmer.



Der Bürgermeister der Stadt mahnte seine Bürger, nicht zu überheblich zu werden und trotz der verständlichen Freude Pflichtbewusstsein und Ordnung aufrecht zu erhalten. „Gegen leises Gelächter bis zum Nachmittag spricht natürlich nichts,“ so Michael Dreier. Er appellierte aber, danach wieder sofort zum gewohnten Argwohn und Nörgeln zu wechseln.

(JPL/Foto: bearbeitet; „Benteler Arena Westansicht“ by SW1907Own work. Licensed under CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.)