Schottische Separatisten dachten, sie müssten „No“ gegen England ankreuzen

Edinburgh (EZ) | 19. September 2014 | Mit 55% hat sich die Mehrheit der Schotten für einen Verbleib in Großbritannien und gegen die Unabhängigkeit entschieden. Nun wurde bekannt, dass es bei vielen England-Gegnern Verwirrung um die Wahlzettel gab. Anstatt „Ja“ zur Unabhängigkeit anzukreuzen, dachten viele, sie müssten ihr Kreuz bei „Nein“ gegen England machen. 

Ian Campbell ist fassungslos. Der 46-jährige Schotte kämpft seit Jahren für die Unabhängigkeit seines Landes. Nun hat ausgerechnet er das Kreuz an der falschen Stelle gemacht. „Wir sagen doch die ganze Zeit, wir wollen nicht mehr zu Großbritannien gehören. Also Nein zu England. NEIN! Warum sollte ich dann plötzlich „Ja“ ankreuzen?“



Ähnlich wie Campbell erging es offenbar vielen Schotten – vor allem den  Unabhängigkeits-Befürwortern. Wie berichtet wird, haben etliche UK-Gegner, die eigentlich für die Unabhängigkeit Schottlands sind, den Wahlzettel missverstanden und versehentlich „Nein“ angekreuzt. Viele fordern deshalb Neuwahlen.

„Das Ergebnis war ja ohnehin denkbar knapp“, so ein Schotte, der seinen Namen aus Scham nicht nennen möchte. „Wenn wir nun alle nochmal abstimmen und diesmal deutlich wird, wo wir unser Kreuz machen sollen, dann bin ich überzeugt davon, dass am Ende mehr als 75 Prozent für die Unabhängigkeit unseres Landes sind.“

Die britische Regierung hat jedoch bereits ausgeschlossen, Neuwahlen stattfinden zu lassen. Premierminister David Cameron sagte: „Wer zu blöd zum Wählen ist, der braucht mehr denn je unsere Unterstützung und ist nicht alleine überlebensfähig.“



Russland hat unterdessen angekündigt, den Schotten bei ihrem Bestreben zur Unabhängigkeit behilflich zu sein.

(JPL/Foto: kay 222 [bearbeitet; CC BY 2.0])