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Trotz Zugausfällen und Verspätungen: Reisende nehmen Bahnstreik gar nicht wahr

Frankfurt am Main/Berlin (EZ) | 2. September 2014 | In der gesamten Bundesrepublik standen gestern Abend für drei Stunden die Züge still. Grund war ein Aufruf der Lokführergewerkschaft GDL, die kurz zuvor ein neues Tarifangebot der Bahn abgelehnt hatte. Doch trotz diverser Ausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr, bemerkten viele Pendler nicht, dass offiziell gestreikt wurde.

Obwohl gestern teilweise weit und breit kein Zug zu sehen war, bemerkten viele Reisende nicht, dass gestreikt wurde. Obwohl gestern teilweise weit und breit kein Zug zu sehen war, bemerkten viele Reisende nicht, dass gestreikt wurde.

Zwischen 18 und 21 Uhr standen gestern laut GDL rund 90 Prozent der Güter- und Personenzüge still. Und auch heute noch müssen Reisende vereinzelt mit Beeinträchtigungen im Bahnverkehr rechnen. Doch viele Pendler reagierten überrascht, als sie erfuhren, dass die Verspätungen auf Bahnstreiks zurückzuführen waren.

Helmut Radtke aus Hannover wartete gestern Abend 45 Minuten auf seine Bahn nach Hamburg. Für den Berufspendler keine Seltenheit. „Das passiert mindestens einmal pro Woche. Deshalb habe ich mir nichts dabei gedacht.“

Auch Margot Weiss aus Berlin war nicht überrascht, als die Anzeigetafel am Hauptbahnhof plötzlich bekanntgab, dass ihr Zug komplett ausfällt. „Ich hab’s dann wie jeden Monat gemacht: Mir ein Taxi genommen und der Bahn eine Rechnung geschickt.“

Ein Student aus München erzählte, dass er sogar gestern zehn Minuten früher als sonst nach Hause kam, da der Zug lediglich 30 Minuten und nicht wie sonst 40 Minuten Verspätung gehabt hätte. Ähnliche Erfahrungen machte ein Paar aus Hamburg. „Normalerweise fallen hier teilweise zwei bis drei Züge aus. Heute war es nur einer. Spitze!“

Auch Bahnchef Grube teilte heute Vormittag mit, dass die Bahn das Angebot nicht überarbeiten werde und somit weiterhin Streiks riskiert. „Wir stellen fest, dass der Bahnverkehr flüssiger läuft, wenn die Züge nicht rollen“, so der 63-Jährige.

(JME/Schlockerwitz [CC BY 3.0])

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