Importstopp für Geflügel aus dem Westen: Putin erteilt Zugvögeln Einreiseverbot

Moskau (EZ) | 7. August 2014 | Russland reagiert auf die Sanktionen aus dem Westen mit Gegen-Sanktionen. Präsident Putin kündigte u.a. einen Einfuhrstopp von Geflügel aus den USA an. Tausende Zugvögel, die sich vom Westen her der russischen Grenze nähern, sollen demnach umgehend aufgefordert werden wieder umzukehren. Andernfalls droht ihnen der Abschuss.

Geflügel jeglicher Art, das aus dem Westen, aber insbesondere aus den USA stammt, soll mit einem offiziellen Einreiseverbot in Russland belegt werden. Das kündigte Präsident Wladimir Putin heute an und reagiert damit auf die Sanktionen der Vereinigten Staaten und der EU.



„Es ist mir völlig gleich, welche Vögel sich über die russische Staatsgrenze verirren. Ob Kranich, Schwarzstorch, Baumfalke, Fischadler, Ufer-, Rauch- oder Flussseeschwalbe, Wespenbussard, Steinschmätzer, Rohrweihe oder der verfluchte Schwarzmilan – keiner dieser Vögel darf mehr in unser Land einreisen – sofern sie sich aus Richtung Westen nähern“, so Putins deutliche Worte.

Er bedauere, dass es zu dieser Maßnahme kommen muss, aber ihm bleibe nunmal keine andere Wahl.

Unterstützung kündigte sich bereits aus Brasilien an. Die Regierung erklärte sich bereit, bis zu 500.000 Zugvögel nach Russland zu schicken, um ein gewohntes Bild am russischen Himmel zu erzeugen.



Kritik dagegen folgte von amerikanischen und europäischen Ornithologen. „Russland kann nicht erwarten, dass die Zugvögel einfach ihre Route ändern, die sie seit Jahrhunderten fliegen“, heißt es in einem offiziellen Statement. „Erklären Sie einem Wespenbussard doch einmal, dass er sich auf seiner Strecke von Finnland nach Afrika dringend links halten soll , um keinesfalls Russland zu passieren.“

(BSCH/Foto: Ch.Pagenkopf [CC BY-SA 3.0])