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Waffenruhe in Gaza hält an – Live-Tickerer von Focus Online fürchtet um seinen Job

6. August 2014 ·

Die Tomorrow Focus AG, die focus.de herausgibt, muss möglicherweise redaktionell umbauen, sollte die Waffenpause in Gaza weiter anhalten.
Die Tomorrow Focus AG, die focus.de herausgibt, muss möglicherweise redaktionell umbauen, sollte die Waffenpause in Gaza weiter anhalten.

München (EZ) | 6. August 2014 | Seit mehr als 24 Stunden hält die vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas an. Haben die Live-Tickerer diverser Online-Medien anfangs noch darüber gelacht, fürchten die ersten Redakteure mittlerweile um ihre Jobs. Gestern früh trat die momentane Waffenruhe in Kraft, seitdem wurden keine Schüsse zwischen der israelischen Armee und der Hamas abgegeben. Die vorherigen Kampfpausen wurden bislang schnell wieder aufgegeben, weshalb Onlineredakteure sich keine großen Sorgen um ihre Beschäftigung machen mussten. „Seit fast vier Wochen konnten wir uns sicher sein, dass die Kampfhandlungen beiderseits schnell wieder aufgenommen wurden,“ so ein Onliner von focus.de., der für den Live-Ticker zum Gaza-Krieg verantwortlich ist.

„Gestern Morgen saß ich noch am Schreibtisch und habe auf die übliche Meldung gewartet, dass die Waffenruhe gebrochen wurde,“ sagt der Kollege, der anonym bleiben möchte. „Als dann nichts kam, habe ich mir Kaffee gemacht, ein bisschen was gegessen und weiter gewartet – aber da kam einfach nichts.“

Nun fürchtet er um seinen Job. „Ich denke schon, dass ich meine Arbeit gut mache. Aber wenn es keinen Krieg mehr gibt, was mache ich denn dann?“ Betriebsbedingt könne er nicht einfach das Ressort wechseln. „Die Ukraine-Abteilung ist schon längst überbesetzt, und von Michael Schumacher habe ich keine Ahnung.“

Er hofft nun auf eine baldige Verbesserung der Lage: „Es muss ja nur ein einziger kleiner Schuss abgegeben werden. Nur einer!“ Den freien Tag gestern hat er zwar genossen und zur kurzen Entspannung genutzt. „Aber noch ein Tag? Und dann noch einer? Und vielleicht bleibt es dann dabei. Und kein Mensch braucht einen Live-Ticker der Friedensverhandlungen,“ sagt er mit trauriger Stimme.

Focus Online bestätigt auf Anfrage, dass es Überlegungen für betriebsbedingte Kündigungen gibt, sollte es beim Waffenstillstand in Israel bleiben. „Das ist die traurige Seite der Friedensmedaille,“ so ein Sprecher schlagzeilenreif.

(JPL/Tomorrow Focus AG)


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