„So gehen die Gauchos“: Hedgefonds-Manager verspotten Argentinien

Buenos Aires (EZ) | 31. Juli 2014 | In mehreren argentinischen Städten kommt es seit heute Vormittag zu respektlosen Gesängen einiger feiernder Hedgefonds-Manager, die den sogenannten „Gauchotanz“ mit entsprechender Choreografie darbieten. Hintergrund ist die Staatspleite Argentiniens.

Seit Stunden bereits ziehen angeheiterte und siegestrunkene Hedgefonds-Manager durch die argentinischen Städte. Immer wieder machen sie Halt und singen in gebückter Haltung: „So gehen die Gauchos, die Gauchos, die gehen so. So gehen die Gauchos, die Gauchos, die gehen so!“



Anschließend reißen sie die Arme in die Höhe und brüllen triumphierend: „So gehen die Hedgefonds-Manager, die Hedgefonds-Manager, die gehen so! So gehen die Hedgefonds-Manager, die Hedgefonds-Manager, die gehen so!“

Kritiker bemängeln den fehlenden Respekt vor dem unterlegenen Gegner und werfen den Hedgefonds-Managern vor, Argentinien in ungebührender Weise zu verspotten.

„Niemand hat etwas dagegen, einen solch historischen Moment zu feiern, gerne auch mit Tanz und Gesang,“ schreibt ein Kommentator der FAZ. „Dazu gehört aber auch, dem Gegner Respekt zu zollen und nicht, ihn öffentlich zu demütigen.“



„Dieser Tanz offenbart den wahren Charakter der weltweit agierenden Finanzjongleure,“ so Gregor Gysi. „Widerlich!“ Die Chefin des Internationalen Weltwährungsfonds IWF, Christine Lagarde, bezeichnete die Feiern der Hedgefonds-Manager als „ekelhaft“ und „abstoßend“.

Seit heute Morgen werden die Straßen Argentiniens und vor allem der Hauptstadt Buenos Aires von Finanzmanagern aus aller Herren Länder gesäumt, die ihre standhaften Helden feiern. In Autokorsos und in einem offenen Bus fuhren die Hegdefonds-Manager an jubelnden Bänkern vorbei, die den finanziellen Triumph über Argentinien feierlich begehen.

Vor allem der Amerikaner Paul Singer treibt die Menge immer wieder mit dem „Gaucho-Tanz“ an. Gleichzeitig rechtfertigt er den gescholtenen Song: „Wir haben jahrelang alles gegeben und auf diesen Tag hingearbeitet,“ so der 69-Jährige, dessen Firma am meisten von der Pleite Argentiniens profitiert. „Und jetzt wird erstmal gefeiert, bis Bolivien dran ist!“

(BSCH)