Ab WM 2018: FIFA führt Schiedsrichterkameras ein

Zürich (EZ) | 23. Juni 2014 | Nach der massiven Kritik an den Leistungen der Schiedsrichter bei der WM in Brasilien kündigte der Weltfußballverband an, ab der nächsten Weltmeisterschaft 2018 in Russland Schiedsrichterkameras einzusetzen. Die Technik sei bereits vorhanden, so ein Sprecher.Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist geprägt von fehlerhaften Entscheidungen der Unparteiischen. Nicht gegebene Elfmeter, zu Unrecht aberkannte Tore und strittige Verwarnungen oder Platzverweise sollen aber nun der Vergangenheit angehören: der Weltfußballverband FIFA entschied, ab der nächsten WM, die 2018 in Russland abgehalten wird, auf die moderne Technik zu setzen und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen direkt vor Ort zu klären.

„Wir stellen uns vor, dass im Stadion dann dutzende Kameras installiert werden, die den Spielverlauf komplett verfolgen und dabei alle Winkel des Spielfelds abdecken,“ sagte ein Sprecher. „Nichts würde dann den aufmerksamen Augen der Beobachter entgehen.“



Sollte eine Entscheidung des Schiedsrichters strittig sein, könne man dann direkt auf einem Bildschirm nachverfolgen, ob der Unparteiische richtig lag und seine Einschätzung der Lage korrekt war. „Wenn nicht, wird die Entscheidung umgehend zurück genommen und das Spiel fortgesetzt.“

Laut FIFA sei schon heute die Technik soweit. In den meisten Stadien sind bereits Kameras vorhanden, die den Spielverlauf sogar weltweit ausstrahlen können. Die Schiedsrichterschiedsrichter müssten dann gar nicht selbst vor Ort sein, sondern könnten von jedem Ort der Welt aus die Leistung des Schiedsrichters beurteilen.

Der Verband überlegt, Ehrenamtliche einzusetzen, die Zuhause vor ihrem TV-Gerät die Entscheidungen der WM-Schiedsrichter überprüfen. „Damit würden wir größtmögliche Objektivität garantieren,“ so der Sprecher. „Oder vielleicht sogar in der Kneipe, oder zu tausenden draußen unter freiem Himmel – wo immer man einen Fernseher oder eine Leinwand aufstellen kann.“ Die Kontrolleure sollten dann auf Soziale Netzwerke oder per SMS ihre Einschätzung der Lage loswerden, die dann wiederum von anderen Teilnehmern des Programms diskutiert werden könne.



Die Spiele könnten dadurch ein wenig länger ausfallen als gewohnt. „Aber das ist uns lieber, als womöglich falsche Entscheidungen durchgehen zu lassen.“

(JPL/Foto: Steindy [bearbeitet; CC BY-SA 3.0])