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Sigmar Gabriel rechtfertigt Dreifach-Bezüge: „Ich esse ja auch für drei!“

Sigmar Gabriel muss eigenen Angaben zufolge jeweils als Minister, als Abgeordneter und als Parteichef essen.


Berlin (EZ) | 16. Juni 2014 | Am Wochenende wurde bekannt, dass Sigmar Gabriel nicht nur sein Ministergehalt und seine Abgeordnetendiät erhält, sondern auch Bezüge für sein Amt als SPD-Chef kassiert. Das stößt auf Unverständnis; Merkel und Seehofer führen ihre Parteiämter ehrenamtlich aus. Nun rechtfertigt sich der Gescholtene: er würde ja auch „für drei essen“, und das koste nun mal. Für sein Ministeramt bezieht Gabriel monatlich etwa 14.000 Euro, als Abgeordneter des Deutschen Bundestages zudem noch die ihm zustehende Diät. Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel und Horst Seehofer, dem Ministerpräsidenten Bayerns, führt er seine Partei aber nicht ehrenamtlich, sondern lässt sich den SPD-Vorsitz mit monatlich 2000 Euro vergüten. Auch Gabriels Vorgänger im Amt des Parteivorsitzenden verzichteten auf eine Vergütung.

Alles in allem kommt Gabriel auf circa 20.000 Euro im Monat; beinahe so viel, wie die Kanzlerin verdient. Das führte am Wochenende zu Unmut, auch in der eigenen Partei.



Nun verteidigte Sigmar Gabriel sich. In der Kantine des Bundestags sagte er zu Journalisten, der dreifache Bezug von Gehältern sei korrekt, schließlich „esse ich auch für drei.“ Morgens frühstücke er zunächst als Minister im Wirtschaftsministerium, dann als Abgeordneter im Bundestag und schließlich als SPD-Vorsitzender im Willy-Brandt-Haus.

Zum Mittagessen setzt sich das Spiel entsprechend fort. „Das kostet schon mal, vor allem, wenn ich unterwegs bin und nicht einfach in die Kantinen kann,“ führte Gabriel aus. „Und am Abend kommt dann eben noch das Abendessen hinzu.“ Vor allem das schlage regelmäßig teuer zu Buche, weil er nach getaner Arbeit immer „richtig Kohldampf“ habe.

„Mit leerem Magen,“ so Gabriel, „lässt es sich nicht gut arbeiten, das weiß ja jeder. Der Minister Gabriel muss satt sein, der Abgeordnete Gabriel muss satt sein und der SPD-Vorsitzende muss erst recht satt sein, um gut arbeiten zu können.“

Die Kritiker könnten froh sein, so der Niedersachse mit vollem Mund, dass er sich nicht auch noch sein Amt als Vizekanzler bezahlen lasse, „obwohl ich manchmal auch für vier esse.“

(JPL/Foto: Eastfrisian [bearbeitet; CC-BY 3.0])

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