Neue Torlinientechnik voller Erfolg: Bei vier der vier Treffern soll der Ball tatsächlich Torlinie passiert haben

São Paulo (EZ) | 13. Juni 2014 | Gestern wurde erstmals während einer Fußballweltmeisterschaft die neue Torlinientechnik eingesetzt. 14 Hochgeschwindigkeitskameras, die rund um das Spielfeld installiert sind, können so bis zu 500 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Diese  hochentwickelte Technologie hat sich gelohnt, wie sich  beim Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien zeigte. Vier der insgesamt vier Bälle ins Tor sollen demnach tatsächlich die Torlinie passiert haben, was mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen gewesen war. 

„GoalControl“ nennt sich das komplexe System, das in Deutschland entwickelt wurde und nach etlichen Tests nun erstmals während eines WM-Turniers eingesetzt wird.



Die Premiere der Torlinientechnik beim gestrigen 3:1 zwischen Brasilien und Kroatien war ein voller Erfolg. So soll der Ball bei vier der insgesamt vier Treffern tatsächlich klar die Torlinie überschritten haben. Während die Zuschauer noch zweifelten und auf die Wiederholung der TV-Bilder warteten, hatte der Schiedsrichter bereits das Signal auf seiner Armbanduhr erhalten. „Goal„.

Selbst beim umstrittenen Elfmeter für Brasilien, bei dem Kroatiens Torwart Pletikosa sogar noch den Ball mit seinen Händen berührte, versagte die Torlinientechnik nicht und zeigte unmittelbar nach dem Schuss an, dass der Ball hinter der Torlinie lag.

„Wir freuen uns, dass wir bereits erste Erfolge mit der neuen Technologie erzielen konnten“, so FIFA-Boss Sepp Blatter nach dem Spiel. „Ohne die Torlinientechnik wären jetzt wieder endlose Diskussionen entbrannt, ob der Ball nun drin war oder nicht.“ Das habe nun endlich ein Ende.



Unterdessen wird über ein weiteres technisches Hilfsmittel nachgedacht, das Entscheidungen erleichtern soll. Mit der sogenannten „Elfer-Kamera“ soll der Schiedsrichter bei strittigen Situationen darüber aufgeklärt werden, ob er einen Elfmeter oder eine gelbe Karte wegen Schwalbe geben soll.

(BSCH/Foto: Alejandro Ramos [CC BY-SA 2.0])