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„Bloß nichts verkehrt machen“: Hoeneß meldet seine Zelle als Zweitwohnung an

15. Mai 2014 ·

Will jetzt alles richtig machen: Uli Hoeneß, Vorbild für viele Deutsche.
Will jetzt alles richtig machen: Uli Hoeneß, Vorbild für viele Deutsche.

München (EZ) | 15. Mai 2014 | Mindestens drei Abgeordnete des Bundestags haben jahrelang ihre Berliner Wohnungen nicht als Zweitwohnsitz angemeldet und demnach auch keine dafür fällige Steuern entrichtet. Das hat einen prominenten Verurteilten aufgeschreckt: Um bloß nichts falsch zu machen, hat der künftige Häftling Uli Hoeneß seine Zelle bereits als Zweitwohnung angemeldet. Anton Hofreiter, Fraktionsführer der Grünen im Bundestag, Nils Annen von der SPD und Tankred Schipanksi von der CDU haben versäumt, ihre Berliner Zweitwohnungen korrekt anzumelden und dafür die in Berlin fällige Steuer auf Zweitwohnsitze zu entrichten. Wahrscheinlich werden weitere Politiker auffliegen; die Presse sucht zurzeit fieberhaft nach anderen Delinquenten.

Aufgeschreckt von der Berichterstattung, suchte Uli Hoeneß heute Morgen seinen Anwalt auf. Der Fußballmanager ist zu einer Haftstrafe von 18 Monaten wegen Steuerhinterziehung verurteilt und muss seine Strafe bald antreten.

„Mein Mandant möchte den Behörden und den Medien keine Vorwände liefern. Deswegen wird er natürlich seine Zelle innerhalb der gesetzlichen Frist als Zweitwohnung anmelden,“ so der Rechtsanwalt Hanns W. Feigen, der Hoeneß auch im Prozess vertreten hat.

Hoeneß will sich geläutert und rechtschaffen zeigen, heißt es aus seinem Umfeld. Den betroffenen Politikern weht zurzeit ein rauer Wind entgegen, wegen der hinterzogenen Steuern wurden auch bereits Rücktrittsrufe laut. Sie berufen sich darauf, die Anmeldung „versäumt“ zu haben, wie hunderttausend andere Deutsche auch.

Diesem Vorwurf will Hoeneß sich nicht aussetzen. „Unwissenheit schützt ja nicht vor Strafe, nicht wahr?“, schrieb er in einer SMS an Eine Zeitung.

(BSCH/Foto: Harald Bischoff  [CC BY-SA 3.0])

Korrektur:

Herr Hoeneß ist nicht, wie im Artikel geschrieben, zu 18 Monaten Haft verurteilt, sondern zu drei Jahren und sechs Monaten. Wir haben den zuständigen Redakteur, den Lektor und in dem Zuge auch gleich einen unbeteiligten Grafiker selbstverständlich umgehend entlassen. Zudem bitten wir, den Fehler zu verzeihen. Sie machen ja auch ständig Fehler, Herr und Frau Leser, und sollten sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen!

Freundliche Grüße,

Ihre EZ


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