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Heiligsprechung: Witwe von Papst Johannes Paul II. freut sich sehr über posthume Ehrung

28. April 2014 ·

Johannes Paul II, Papst von 1978 bis 2005, auf einem seiner zahlreichen Fotos.
Johannes Paul II, Papst von 1978 bis 2005, auf einem seiner zahlreichen Fotos.

Vatikan/Warschau (EZ) | 28. April 2014 | Papst Franziskus sprach gestern bei einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz gleich zwei seiner Vorgänger heilig: Johannes Paul II. und Johannes XXIII. haben nach Kirchenmeinung Wunder vollbracht. Besonders die Witwe von Johannes Paul II. zeigte sich hocherfreut über die Ehrung ihres 2005 verstorbenen Mannes.

Mehrere zehntausend Gläubige versammelten sich am Sonntagmorgen auf dem Petersplatz im Vatikan, um der Heiligsprechung beizuwohnen. Die Polizei sprach sogar von etwa einer Million Menschen, die sich in unmittelbarer Nähe befanden und vor allem des vor neun Jahren gestorbenen Papstes Johannes Paul II. gedachten.

Dessen Witwe, die zurückgezogen in der polnischen Heimat des Papstes lebt, war altersbedingt nicht in der Lage, die Zeremonie persönlich zu erleben. Sie verfolgte das Geschehen im TV.

„Ich stand ja immer eher so im Schatten meines Mannes,“ sagte die 93-Jährige einem Reporter. „Ich glaube, die meisten Menschen wissen nicht einmal, dass es mich gibt.“ Ihr ganzes Leben hat sie sich dem Beruf ihres Mannes untergeordnet.

Die Ehrung erfüllt sie mit viel Freude und Genugtuung. „Er war ja immer für alle da, hatte kaum Privatleben und dann diese ganze Verantwortung, über so viele Jahre – schade, dass er die Heiligsprechung nicht mehr persönlich erleben durfte.“

Was sie am meisten freut, ist das Preisgeld, das mit der Heiligsprechung einher geht. „Das ist schon ein schönes Sümmchen! Ich hab ja nie gearbeitet und für die Ehegatten gab es seinerzeit im Vatikan keine Vorsorgeregelungen. Das kam erst mit Benedikt XVI., der seine Schäfchen gut versorgt sehen wollte.“ Ihre Rente langt hinten und vorne nicht. Momentan ist sie auf Almosen und Sozialhilfe angewiesen – „da kommt das Preisgeld gerade recht.“

Schon bahnt sich aber ein Streit in der Familie an. Die gemeinsamen Kinder reden seit Jahren kein Wort mehr miteinander und wollen auch mit der Kirche nichts mehr zu tun haben. „Ich hoffe, dass sie sich nun wieder bei mir melden und wer weiß: vielleicht vereint das Erbe uns alle ja wieder.“

(BSCH/Foto: whitehouse.gov)


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