„Regierung richtet Waffen gegen das eigene Volk“: Russland nun doch bereit zu Militäreinsatz in Syrien

24. April 2014 ·

Musste alles neu überdenken: Wladimir Putin.
Musste alles neu überdenken: Wladimir Putin.

Moskau (EZ) | 24. April 2014 | Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Haltung zum Syrienkonflikt geändert. Nach dem Militäreinsatz der ukrainischen Armee im Osten des Landes sagte Putin, er werde nicht dulden, „dass eine Regierung auf das eigene Volk schießt“. Schlagartig wurde ihm die Bedeutung dieses Satzes in Bezug auf Syrien klar.Russland werde unverzüglich den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen von seinem Sinneswandel unterrichten, teilte Präsident Putin heute Mittag mit: „Ich mein‘, ich kann ja schlecht mit zweierlei Maß rechnen, nicht wahr?“

„Ich kann mich ja nicht hinstellen und sagen, dass der Gewalteinsatz der Ukraine gegen die Aufständischen im Osten eine Rote Linie überschreitet und dann bei Syrien beide Augen zudrücken,“ so der russische Staatschef weiter. „Da mach ich mich ja lächerlich.“



Konsequent wird Russland nun seine Politik daraufhin umstellen. „Okay, natürlich gibt es da Unterschiede: in Syrien ist unserer Meinung nach eine legitime Regierung an der Macht. Aber vorletzte Woche haben wir ja dummerweise die neue Führung in Kiew mehr oder weniger anerkannt, nun haben wir den Salat,“ sagte Außenminister Lawrow.

Aus dieser moralischen Zwickmühle herauszukommen, ist den Ghostwritern im Kreml leider nicht überzeugend gelungen. Deshalb werde man nun „mannhaft den eingeschlagenen Weg weiter gehen,“ so ein Sprecher. Man halte sich nun Optionen offen, in der Ukraine als auch in Syrien einzugreifen.

Der Westen zeigte sich beeindruckt vom Sinneswandel der russischen Regierung. „Leider Gottes müssen wir nun wahrscheinlich unsere Haltungen in anderen Regionen ebenfalls hinterfragen,“ sagte US-Präsident Barack Obama. „Putin prescht da ganz schön weit vor. Jetzt müssen wir uns etwas einfallen lassen, warum wir beispielsweise nichts gegen die Gewalt in Bahrain unternehmen.“



Wenn das so weiter geht, muss man sich eventuell sogar Gedanken machen, ob die Anerkennung von Süd-Sudan vielleicht ein Fehler war, sagte Angela Merkel in Berlin. „Wir werden nochmal mit Putin reden, hoffentlich klärt sich alles wieder.“

(JPL/Foto: Russian Presidential Press and Information Office, kremlin.ru [bearbeitet; CC BY 3.0])

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