Deutschlands dritt- oder viertgrößtes Satiremagazin

Peinliche Panne: Verfassungsschutz schreddert versehentlich Nazis statt Akten

14. November 2012 ·

Erneut kam es beim Verfassungsschutz zu einer Panne im Zuge der Untersuchungen zum NSU.
Erneut kam es beim Verfassungsschutz zu einer Panne im Zuge der Untersuchungen zum NSU.

Berlin/Köln (EZ) | 14. November 2012 | Der Schaden hält sich in Grenzen, aber die Posse um den Umgang des Verfassungsschutzes mit dem NSU ist nun um ein Detail reicher: „Aus Versehen“ hat ein Mitarbeiter des Amtes mehrere Nazis anstatt Akten geschreddert.

Die Meldungen über Pannen des Bundesamtes für Verfassungsschutzes reißen nicht ab. Nun kam heraus, dass ein Mitarbeiter des Berliner Landesamtes versehentlich etwa ein Dutzend Nazis unwiderruflich gelöscht hat.

Eigentlich wollte der Beamte lediglich wieder ein paar Akten schreddern, bevor der Untersuchungsausschuss des Bundestags Einsicht fordert. Nun musste die Leiterin der Berliner Behörde, Claudia Schmid, kleinlaut den peinlichen Fehler einräumen. Heute Morgen ist sie daraufhin zurückgetreten.

Berlins Innensenator Frank Henkel, CDU, hat das Rücktrittsgesuch widerstrebend angenommen: „Offenbar lagen auch private Gründe für ihren Rücktritt vor. Von meiner Seite aus ist dieser Vorfall nun wirklich kein ausreichender Grund für einen solchen Schritt.“

Bei den geschredderten Nazis soll es sich um Rechtsextreme aus den Jahrgängen 1989 bis 1994 handeln. Der Mitarbeiter vernichtete elf von ihnen vollständig, dann erst wurde er von einem Kollegen auf den Fehler aufmerksam gemacht. Ein weiterer Nazi ist noch in Teilen vorhanden und soll rekonstruiert werden.

Im Vergleich zu den zerstörten Akten und Unterlagen in der Vergangenheit ist der Fehler dieses Mal marginal, heißt es aus Kreisen des Bundestags. „Dennoch,“ so die SPD-Abgeordnete Eva Högl, „ist dies ein weiterer Beleg dafür, wie schlampig in der Behörde gearbeitet wird.“ Ihre Partei werde aber darauf verzichten, dem Fall weiter nachzugehen. „Wir haben im Ausschuss wirklich Wichtigeres zu klären.“

(JME)


Ihre Meinung zu diesem Beitrag:
  • Schlecht (0)
  • Sehr schlecht (0)
  • Hundsmiserabel (0)
  • Mir egal (0)
  • Ich will nicht auf einen dummen Button klicken (0)
Newer Post

Arztpraxen richten 2., 3., 4. und 5. Wartezimmer ein

Erfurt (EZ) | 16. November 2012 | Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts, wonach Arbeitgeber schon ab dem ersten Krankheitstagtag ein Attest ihrer Mitarbeiter verlangen dürfen, haben die ersten Arztpraxen bereits damit begonnen, die Anzahl ihrer Wartezimmer großzügig aufzustocken. Dass Arbeitnehmer…
Read
Older Post

Aus Langeweile: EU-Abgeordnete besucht EU-Parlament

Straßburg (EZ) | 04. November 2011 | Silvana Koch-Mehrin, Abgeordnete für die FDP im Europäischen Parlament, hat dem EU-Parlament überraschend einen Besuch abgestattet. Nach eigener Aussage fiel ihr Zuhause einfach "die Decke auf den Kopf". In ihrem Haus in Brüssel,…
Read
Random Post

Erschreckende Studie: Jeder dritte Dicke ist zu dünn

Hamburg (EZ) | Nachdem eine erst vor wenigen Wochen durchgeführte Untersuchung ergab, dass die Zahl der übergewichtigen Menschen in Deutschland stark zugenommen hat, wurde heute eine neue Studie veröffentlicht. Demnach ist jeder dritte Dicke zu dünn. Die vom Gesundheitsministerium in…
Read
Random Post

HSV sucht neuen Sponsor für Labbadia-Abfindung

Hamburg (EZ) | 15. April 2015 | Der Hamburger Sportverein (HSV) sucht schnellstmöglich einen finanzkräftigen Sponsor, der die Abfindung von Trainer Bruno Labbadia übernimmt. "Ein paar Millionen sollten es schon sein," so Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Es sollte gerne ein in…
Read
Random Post

Bremer Einser-Abiturient, der gerne Medizin studieren will, wird vom Verfassungsgericht weiterhin ausgelacht

Karlsruhe/Bremen (EZ) | 19. Dezember 2017 | Der Numerus clausus für ein Medizinstudium ist in Teilen verfassungswidrig - das stellte heute das Bundesverfassungsgericht fest. In einem anderen Fall sind die Richter noch zu sehr mit dem Auslachen eines Bremer Einser-Abiturienten beschäftigt,…
Read
Random Post

Twitter verbietet Mitarbeitern, während Arbeitszeit zu twittern

San Francisco (EZ) | 23. Oktober 2014 | Nachdem der Tabakkonzern Reynolds American (u.a. Camel und American Spirit) seinen Mitarbeitern das Rauchen während der Arbeit untersagt hat, zog heute der Mikrobloggingdienst Twitter nach und verbot seinen Angestellten das Twittern während…
Read