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Skandalöser Todesfall: Äthiopisches Kind offenbar verhungert

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Die kleine Asawa H. (mittlere Reihe, 3. oder 4. von rechts) auf einem Klassenfoto.


Addis Abeba (EZ) | 6. Januar 2012 | Unter noch ungeklärten Umständen ist gestern ein sechsjähriges Mädchen in einem Dorf in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba umgekommen. Nachbarn fanden das Kind tot in der Lehmhütte seiner Eltern. Vermutlich ist die kleine Asawa H. verhungert.

„Es ist eine Tragödie. Asawa war total abgemagert. Es war ein schrecklicher Anblick,“ so ein Sprecher der örtlichen Behörden. Der Todesfall rief Bestürzung und Entsetzen in der Bevölkerung hervor. Das Kind sei vor den Augen der tatenlosen Eltern ums Leben gekommen.



Wie es dazu kommen konnte, soll nun eine Kommission der Dorfgemeinschaft klären.

Mit sichtlich erschütterter Stimme gestand der Bürgermeister, Berhane Danatsiwa, Fehler der Behörden ein. „Wir hätten der Familie mehr Unterstützung zukommen lassen müssen. Die Behörden haben nicht richtig gearbeitet.“

Er denke nun über Konsequenzen nach. „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier möglich ist.“

Dem Vernehmen nach hatten die offenbar überforderten Eltern bereits von sich aus mehrfach um Hilfe gebeten. Regelmäßig wurde die Familie von Helfern besucht, die Nahrungsmittel und Wasser ins Dorf brachten. „Wir hatten nicht den Eindruck, dass die Familie die Mittel missbraucht,“ so ein Mitarbeiter der Behörde. „Im Gegenteil, zuletzt waren sogar noch genug Vorräte vorhanden, um die Beschneidung von Asawa mit der Dorfgemeinschaft feierlich zu begehen.“ Bei dieser Festivität sei das Mädchen noch wohlauf gewesen und zeigte keinerlei Anzeichen von Hilfsbedürftigkeit.

Die Polizeit prüft derweil, ob und in wieweit gegen die Eltern ermittelt wird. „Die Eltern haben ihr eigenes Kind qualvoll verhungern lassen. Für mich ist die Sachlage eindeutig!“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Auch das Jugendamt wurde bereits eingeschaltet. Es soll nun klären, was mit den 12 Geschwistern passiert und ob diese weiterhin bei ihren Eltern leben dürfen.

„Ganz offensichtlich ist dieses Elternpaar aber nicht das einzige, das Hilfe von außen benötigt,“ so ein Mann, der es wissen muss. „Viele Menschen hier sind offenkundig unfähig, ihre Kinder richtig zu ernähren. Sehr viele Mädchen und Jungen kommen schon hungrig und ohne Pausenbrot zur Arbeit,“ so ein Sprecher der Armee.

(JME/ Foto: CDC)

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