Mann wegen Tierquälerei vor Gericht

27. Oktober 2010 ·

In diesem unauffälligen Haus in Bad Lausick spielte sich das Unfassbare ab. Mehr als 40 Tiere rettete die Polizei im April vor den Perversionen des angeklagten Rentners.
In diesem unauffälligen Haus in Bad Lausick spielte sich das Unfassbare ab. Mehr als 40 Tiere rettete die Polizei im April vor den Perversionen des angeklagten Rentners.

Bad Lausick (EZ) | 27. Oktober 2010 | Ein Mann aus Bad Lausick bei Leipzig steht seit heute wegen Tierquälerei in mehreren Fällen vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, im April dieses Jahres auf grausame Art und Weise Tiere misshandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft unterstellt dem offenbar psychisch kranken Rentner, dass er mit seinen Experimenten den Wahrheitsgehalt mehrerer deutscher Redewendungen überprüfen wollte.

Besorgte Nachbarn des ehemaligen Postboten riefen im November vergangenen Jahres wegen erheblicher Ruhestörungen die Polizei. Als die Beamten das Haus des 68-jährigen betraten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens. In den Zimmern fanden sie misshandelte, verängstigte und teilweise schwer verletzte Tiere unterschiedlichster Arten vor.



„Es war der Horror“, so ein Beamter, „auf dem Bett im Schlafzimmer lagen zwei Schweine, die jeweils eine mit Klebebändern befestigte Flöte im Mund stecken hatten. Anscheinend wollte der Verdächtige auf diese Art testen, ob Schweine wirklich pfeifen können.“

Im Flur fanden sie schließlich eine Katze im Sack, einen Hahn im Korb sowie einen ganz offenbar begossenen Pudel, der hinter der Garderobe kauerte.

„In der Küche traf uns dann ein weiterer Schlag“, so der Beamte. „In einer Pfanne entdeckten wir einen offensichtlich verrückten Hund. Schrecklich.“



Im Wohnzimmer offenbarte sich den Polizisten das nächste groteske Bild: In einem kleinen Käfig saß eine Maus in einem Haufen voller Fäden. Daneben hockte ein verwirrtes Huhn mit verbundenen Augen vor einem Maiskorn.

Im Schlafzimmer fanden die Einsatzkräfte eine gehäutete Kuh vor, die zum Zeitpunkt der Häutung wohl noch lebendig gewesen sein musste. „Es ist ein Rätsel, wie er die Kuh überhaupt in den dritten Stock des Mietshauses geschafft hat. Das muss doch jemandem aufgefallen sein,“ so der Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski.

Die frische Kuhhaut lag auf dem Boden neben dem Bett des Rentners, übersät mit diversen Gegenständen. Laut Polizeibericht war der Mann darüber überglücklich. Er soll freudig geschrien haben: „Das passt alles darauf! Sehen Sie? Alles passt auf die Kuhhaut! Man muss nur hoch genug stapeln!“

Der Rentner schweigt bis heute zu den Vorwürfen. Was ihn zu diesen grausamen Taten bewog, bleibt rätselhaft.

(GLH/ Foto: Schweißthal [CC BY-SA 3.0])

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