Nach ständigen Nazi-Vergleichen: Piratenpartei resettet Mitglieder und behebt Fehler im Parteiprogramm

Berlin (EZ) | 26. April 2012 | In den vergangenen Wochen sind viele Parteimitglieder der Piraten durch wiederholte Nazi-Vergleiche und rechtsradikale Äußerungen aufgefallen. Die Parteiführung hat nun bei den betroffenen Problemmitgliedern den Reset-Button geklickt.

Die Piraten sind in den letzten Tagen öffentlich unter Druck geraten, weil einige ihrer Mitglieder teilweise rechtsradikale Postionen vertreten haben bzw. durch unerklärliche Vergleiche mit der NSDAP aufgefallen sind.

Nun hat sich die Parteiführung zu einem finalen Schritt entschlossen, um das Problem zu beheben. "Hardware-Fehler konnten wir bei den betroffenen Mitgliedern ausschließen, da es sich ausnahmslos um fast neue und männliche Piraten handelte," sagte Sebastian Nerz, der Bundesvorsitzende der jungen Partei. Somit müsse es sich um Fehler im Parteiprogramm handeln, das sich noch immer im Beta-Stadium befindet.

Bei einem Mitglied aus Mecklenburg-Vorpommern konnten die Probleme mit einem einfachen Update des Parteiprogramms nicht behoben werden. In ihm lief noch das Programm einer anderen Partei, das bei seinem Eintritt in die Piratenpartei nicht vollständig gelöscht worden war. Das Mitglied muss nun  gegen ein neueres Exemplar ausgetauscht werden.

Bei anderen Piraten reichte die Betätigung des Reset-Buttons, um sie wieder auf Parteilinie zu bringen, so Nerz. "Die liefen einfach seit Wochen im Hochbetrieb und wurden nicht in den Ruhemodus geschickt," erläuterte er weiter. "Da war es kein Wunder, dass ihre Schaltkreise verrückt spielten."

Anfangs habe man es mit dem Klicken des Rückgängig-Buttons versucht. Dies habe aber keine langfristige Lösung sein können. Nach dem Zurücksetzen des Parteiprogramms erhalten nun alle Mitglieder zusätzlich ein Add-on, das vor strittigen Äußerungen und Vergleichen warnen soll. Das Zusatzprogramm steht auf der Webseite der Piraten zum Download bereit.

(JME/ Foto: Ben de Biel [CC BY] )
Martin DeliusDer Berliner Abgeordnete Martin Delius sorgte zuletzt mit einem Vergleich seiner Partei mit der NSDAP für Unruhe. Delius wurde nun zunächst in den Ruhezustand versetzt und bekommt zusätzlich zum neuen Parteiprogramm ein Geschichtsupdate.















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