Paukenschlag: Kanadischer Premierminister will Volk über Verbleib im Commonwealth abstimmen lassen

Ottawa (EZ) | 24. Januar 2013 | Die mit Spannung erwartete Rede von Kanadas Premierminister Stephen Harper gipfelte in einer Provokation gegen Großbritannien: Harper will sein Volk über den Verbleib im Commonwealth entscheiden lassen.
 
Lange wurde spekuliert, was Premierminister Stephen Harper in seiner Rede über die künftigen Beziehungen Kanadas zum Commonwealth sagen würde. Erwartet wurde, dass er sich für mehr Souveränität und Reformen aussprechen würde.

Doch seine Ankündigung, das kanadische Volk über den weiteren Verbleib im Commonwealth of Nations abstimmen zu lassen, hat dann doch viele überrascht. In der Mitte der nächsten Legislaturperiode, also frühestens im Sommer 2017, soll es zum Volksentscheid kommen.

Schon lange steht Harper innenpolitisch unter Druck, Kanada innerhalb des Staatenverbundes stärker zu positionieren. Viele Kanadier fordern seit langem eine Loslösung von der britischen Krone - und dass Königin Elisabeth II. nicht weiter ihr Staatsoberhaupt ist.

Harper betonte in seiner Rede, dass er selber für den Verbleib im Commonwealth plädieren wird. Aus einigen anderen Ländern der Organisation kommen allerdings zustimmende Worte. Auch in Neuseeland und Australien gibt es Bestrebungen, von der britischen Krone unabhängig zu werden.

London zeigt sich bisweilen noch verhalten und überrascht von der Ankündigung. Zwar sei der etwaige Austritt eines Staates aus dem Commonwealth möglich, heißt es aus dem Büro von Premierminister David Cameron. Man werde sich aber nicht von einem Land erpressen lassen.

(JME/Foto: Remy Steinegger [CC BY-SA 2.0])
Eine 787Kanadas Premierminister Stephen Harper gestern nach seiner brisanten Rede.













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