UNO: Assad ist scheiße

Vereinte Nationen (EZ) | 21. Juli 2012 | Der syrische Machthaber Bashar al-Assad ist von den Vereinten Nationen scharf verurteilt worden. Der Sicherheitsrat einigte sich in seltener Einstimmigkeit auf das Attribut "scheiße" für den Präsidenten, der seit Monaten brutal gegen seine Gegner vorgeht.

Damit darf Assad offiziell als scheiße bezeichnet werden. Hintergrund ist der seit 18 Monaten andauernde Aufstand gegen Assad und sein Regime, den der Diktator brutal niederschlagen lässt.

Dem Beschluss des Sicherheitsrates zuvorgegangen sind hitzige Diskussionen, die bis tief in die Nacht dauerten. Die USA drängten auf eine schärfere Sprachregelung und plädierten hartnäckig für "psychopathischer Vollidiot", was in der Sprache der Diplomatie kaum gesteigert werden kann.

Auch Großbritannien und Frankreich wollten sich mit "scheiße" nicht zufrieden geben. Der französische Botschafter bei der UN drängte bis zuletzt auf das Wort "Kackefresser"; sein britischer Kollege verlangte, Assad einen "ganz, ganz üblen Charakter" zu nennen. Dies allerdings wäre China und Russland zu weit gegangen, die darin eine unverhohlene Kriegsdrohung sahen.

Russland sperrte sich nicht generell gegen eine Resolution gegen Assad. Das Land ist in den vergangenen Wochen etwas von seinem Verbündeten Syrien abgerückt. In der nächtlichen Sitzung plädierte Russland für die Bezeichnung "Sitzpinkler", was einer leichten, aber deutlichen Zurechtweisung entspräche.

Schließlich wurde sich auf den Vorschlag Chinas geeinigt. Die Asiaten rücken ebenfalls langsam von ihrem Rückhalt für Assad ab und brachten das Wort "scheiße" ein. Als allgemeiner Ausdruck der Verachtung einer Person konnten die meisten Mitglieder des Sicherheitsrates mit dem Einwurf gut leben.

Die Bezeichnung "scheiße" wird sehr selten vergeben. Zuletzt hatte der Sicherheitsrat den ehemaligen Diktator Nordkoreas, Kim Jong-Il, und dem libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddaffi so genannt.

(JPL/ Foto: Fabio Rodrigues Pozzebom / ABr [CC BY 3.0])
HorstlGerät international immer mehr unter Druck: der syrische Präsident Bashar al-Assad.



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