Verhaltensforscher warnen vor neuer Volkskrankheit: Grundloses Beleidigen in Internetforen

Bielefeld (EZ) | 05. Dezember 2012 | Verhaltensforscher haben vor einer neuen Volkskrankheit gewarnt, die seit Jahren auf dem Vormasch ist: Das gegenseitige Beleidigen in Internetforen, das oft harmlos mit einem einfachen Kommentar zu einem beliebigen Thema beginnt, aber nahezu jedes Mal in massiven Beschimpfungen endet.

"Die Symptome sind eigentlich immer ähnlich", so Rüdiger Bruns von der Universität Bielefeld. "Es beginnt mit dem starken Bedürfnis, irgendeinen willkürlichen Artikel im Internet zu kommentieren. Besonders beliebt sind Seiten wie spiegel-online oder bild.de."
Oftmals werde hier bereits das Thema an sich zerrissen, was sich in Ausdrücken äußert wie "Wer liest den Scheiß?" oder "Das interessiert doch niemanden!"

"Anschließend", so Bruns weiter, "folgt die zweite Stufe, in der Bezug auf andere Einträge genommen wird, wobei hier bereits oft die ersten Kraftausdrücke fallen wie 'Dann lies es doch nicht du Kackarsch' oder 'Wen interessiert deine Meinung, Kürbisfresse!?'"

Da die Krankheit hochansteckend ist, finden sich bereits nach wenigen Minuten zahlreiche solcher Beiträge im Netz, in denen sich die Schreiber nicht mehr auf den eigentlichen Artikel beziehen, sondern sich nur noch gegenseitig anfeinden und beleidigen.

Die Ursache für diese Epidemie, die erst seit zwei, drei Jahren vermehrt auftritt, ist noch nicht erforscht. Die Behandlungsmethoden sind daher noch weitestgehend unbekannt.

Zwar ließen sich die Symptome oft kurzzeitig lindern, indem der Erkrankte abgelenkt wird oder seinen Rechner herunterfährt, "jedoch zeigt die Erfahrung, dass bei der nächsten Verbindung ins Internet die Krankheit von neuem ausbricht", so Bruns besorgt.
 

(PFE)
Eine Beleidigung Was mit eher handelsüblichen Beleidigungen wie "Penner" oder "Arschloch" anfängt, endet laut Verhaltensforschern oft mit "Ich fick deine Mudda" oder "Ich scheiß dir ins Gesicht!".



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